Dem ScrumMaster die Bildübertragung wegzunehmen fühlt sich an,…

als würde man dem Entwickler die Tastatur verweigern!

Impulsletter aus dem April 2021

Eine Erfahrung welche ich kürzlich machen durfte, hat meine Meinung zu Corona maßgeblich verändert.
Im zugehörigen Blogartikel findet Ihr die ganze Geschichte. Den Link dazu findet Ihr weiter unten unter „Sonst noch im Netz“.

Das Erlebnis brachte mich nun dazu, mich noch ein wenig mehr mit diesem Thema auseinanderzusetzen…

Ohne Kamera geht doch auch! …oder?!

Als Leser dieses Impulsletters nehme ich an, dass Du regelmäßig in Meetings bist. Wahrscheinlich bist Du sogar direkt oder indirekt mit ScrumTeams im Austausch. Wie hoch ist in diesen Meetings die Quote an Gesichtern im Verhältnis zu schwarzen Kacheln?
Meine Erfahrung zeigt, dass ohne extra danach zu fragen oder Experimente zu machen, die Quote bei etwa 10% rumdümpelt. Aber warum ist dieses Thema denn nun überhaupt wichtig?
Albert Mehrabian betrachtete das Phänomen des Informationsflusses. Demnach kommunizieren wir gerade einmal zu 7% über den reinen Inhalt/Text einer Nachricht. 38% wird durch den stimmlichen Ausdruck und die Tonfarbe transportiert und der Großteil einer Nachricht ist im visuellen Anteil, der Körpersprache verpackt. Als ScrumMaster also das Bild der Teilnehmer nicht sehen zu können, beschneidet diesen in seiner Tätigkeit und im „Lesen der Situation“.
Die Folge: thematisch abgehängt Teilnehmer können nicht wieder aufgegleist werden. Nonverbale Äußerungen wie eine deutliche Ablehnung einer Lösung verhallen „ungehört“. Und parallele Tätigkeiten wie das Lesen von Chats oder Mails werden nicht gemerkt und somit indirekt gefördert.

 

Was kann man da tun?

Skala Informationsfluss

Vorbild sein!

Einer der wirksamsten Methoden, Personen dazu zu bewegen auch einmal ihre Kamera an zu machen, findet sich wohl darin, mit gutem Beispiel voran zu gehen.
Man kann aber auch noch einen Schritt weiter gehen: Zwar kann laut Harvard Business Review eine ständige „Always Visible“-Attitüde auslaugen doch gibt es hier verschiedene Ansätze diesem mentalen Stress zu lindern.
Um zum Beispiel nicht das Gefühl zu erwecken stocksteif „professionell“ vor dem Bildschirm sitzen zu müssen, versuche ich meine Videoübertragung ein wenig aufzulockern.
Ich lauf auch während eines Meetings aus dem Bild (mit Bluetooth Headset kein Problem), beschäftige mich mit dynamischen Sitzen oder schaue auch einmal einfach aus dem Fenster.

Transparenz schaffen! Wunsch äußern!

Als ScrumMaster kannst Du auch einfach diesen Artikel hier nehmen und diesen mit dem Team teilen.
Um bei meiner Metapher zu bleiben: Wenn sich ein Entwickler passende Peripherie wünschen darf, warum wünschen wir uns vom Team dann nicht einfach eine Bildübertragung? Mache am besten explizit, dass es nicht in jedem Meeting sein muss und auch niemand dazu gezwungen wird. Ich würde hier empfehlen zumindest in der Retrospektive (am besten aber auch im Daily) die Kommunikation durch Gesichter und sichtbare Emotionen zu ermöglichen.

 

Habe ich wesentliche Gedanken dazu vergessen? Oder wünschst Du dir, dass wir in einem kleinen Workshop das Thema digitale Zusammenarbeit bei Dir im Team neu beleuchten?
Ruf doch einfach kurz durch oder schreib uns an info@emendare.de
Sicher finden wir hier schnell Ideen, welche auch bei Euch im Team positive Kräfte entfesseln können.

 

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